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Wenn das Erlebte weiterwirkt – wie Pferde neue Wege öffnen

Traumatische Erfahrungen hinterlassen Spuren, die sich oft noch Jahre und Jahrzehnte später in Form von Ängsten, Schlafstörungen oder emotionaler Erstarrung zeigen. Die pferdegestützte Traumatherapie verbindet bewährte therapeutische Methoden mit der einzigartigen Fähigkeit von Pferden, nonverbal und wertfrei auf menschliche Emotionen zu reagieren.

Im Unterschied zu rein gesprächsbasierten Ansätzen ermöglicht die Traumaarbeit mit Pferden einen Zugang über körperliche Wahrnehmung und Präsenz im Hier und Jetzt. Pferde spiegeln Anspannung, Unsicherheit oder innere Unruhe unmittelbar wider – ohne zu bewerten. Diese ehrliche Resonanz schafft einen sicheren Rahmen, in dem Betroffene lernen, wieder Vertrauen aufzubauen und sich selbst neu zu spüren.

Die pferdegestützte Traumabegleitung eignet sich besonders für Menschen, bei denen verbale Therapieformen an ihre Grenzen stoßen oder die den Wunsch nach einer ganzheitlichen Herangehensweise haben. Als tiergestützte Traumatherapie bietet sie die Möglichkeit, belastende Erlebnisse nicht nur kognitiv zu verarbeiten, sondern auch auf emotionaler und körperlicher Ebene zu integrieren.

Die Pferde als Co-Therapeuten eröffnen durch ihre Präsenz und ihr feines Gespür für Stimmungen neue Perspektiven auf eigene Verhaltensmuster – und damit Wege zu mehr innerer Stabilität und Selbstwirksamkeit.

„Traurig, kraftlos und ziemlich durcheinander bin ich zu dir gekommen… mit ganz viel Herzlichkeit und Kompetenz hast du mir Mut gemacht, hast mir neue Impulse und Kraft gegeben. Danke“

Sabine, Chemnitz

Warum eine pferdegestützte Traumatherapie nachhaltig wirkt

Die Zusammenarbeit mit Pferden ermöglicht traumatisierten Menschen einen körperorientierten Zugang zur Verarbeitung belastender Erlebnisse. Durch die nonverbale Kommunikation entstehen neue Erfahrungsräume für Selbstwirksamkeit und emotionale Regulation.

  • Körperbasierte Traumaverarbeitung — In der pferdegestützten Traumatherapie werden über das Embodiment körperliche Empfindungen bewusst wahrgenommen und therapeutisch genutzt. Das Pferd reagiert unmittelbar auf Anspannung und Entspannung, wodurch Betroffene lernen, ihre eigenen körperlichen Stresssignale frühzeitig zu erkennen und zu regulieren – ein zentraler Baustein bei der Behandlung von PTBS.
  • Sichere Beziehungserfahrungen ohne Bewertung — Die Traumaarbeit mit Pferden schafft einen geschützten Raum für neue Bindungserlebnisse. Anders als in menschlichen Interaktionen reagieren Pferde authentisch und wertfrei auf emotionale Zustände. Diese Erfahrung hilft Menschen mit Traumafolgestörungen, Vertrauen aufzubauen und soziale Ängste schrittweise zu reduzieren.
  • Stärkung der Selbstregulation im Hier und Jetzt — Eine pferdegestützte Traumatherapie fördert die Fähigkeit, im gegenwärtigen Moment zu bleiben. Wenn Betroffene ein Pferd führen oder pflegen, müssen sie ihre Aufmerksamkeit bewusst auf die aktuelle Situation richten. Diese Präsenzübung unterbricht Grübelspiralen und reduziert Flashbacks durch gezieltes Achtsamkeitstraining.
  • Resilienzaufbau durch erfolgreiche Handlungserfahrungen — Bei der pferdegestützten Traumabegleitung erleben Klientinnen und Klienten, dass sie durch ihr Verhalten direkt Einfluss auf die Reaktion des Pferdes nehmen können. Diese unmittelbare Rückmeldung stärkt das Gefühl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit – Ressourcen, die durch traumatische Erlebnisse häufig verloren gegangen sind.

Wie wir Traumata mit Pferden begleiten – fundierte Methodik und individuelle Prozessgestaltung

  • Die pferdegestützte Traumatherapie auf dem Therapiehof Hohenrode verbindet traumapsychologisches Fachwissen mit der besonderen Qualität tiergestützter Interventionen. Als Diplom-Psychologe und Traumatherapeut arbeite ich seit über zehn Jahren mit einem methodischen Ansatz, der auf der Polyvagaltheorie, körperorientierter Psychotherapie und dem Verständnis früher Bindungsmuster basiert. Das Pferd fungiert dabei als Co-Therapeut: Es reagiert unmittelbar auf körperliche Signale und emotionale Zustände, die häufig vor dem bewussten Erleben wahrnehmbar werden. Diese Rückmeldung ermöglicht Betroffenen mit posttraumatischer Belastungsstörung oder komplexen Traumafolgestörungen einen neuen Zugang zu sich selbst – jenseits sprachlicher Erklärungen. In der Traumaarbeit mit Pferden entstehen Momente von Sicherheit und Selbstwirksamkeit, die das Nervensystem regulieren und neue neuronale Verknüpfungen fördern. Die Arbeit erfolgt stets lösungsfokussiert und ressourcenorientiert, eingebettet in ein geschütztes Setting im Landschaftsschutzgebiet des Weserberglandes. Ergänzend zur tiergestützten Traumatherapie können intensive Therapieurlaube genutzt werden, um über mehrere Tage hinweg in einem stabilen Rahmen an der Traumaverarbeitung zu arbeiten. Mein Ziel ist es mit Ihnen gemeinsam zu verstehen, welche Funktion Ihre Symptome einmal hatten – und welche inneren Ressourcen Sie heute nutzen können, um Ihr Leben wieder selbstbestimmt zu gestalten.

Warum Klienten den Therapiehof Hohenrode wählen

Persönliche Begleitung in geschütztem Rahmen – was unsere therapeutische Arbeit auszeichnet

Embodiment und Polyvagaltheorie – neurobiologische Grundlagen der Arbeit mit dem Pferd

Die pferdegestützte Traumabegleitung nutzt gezielt neurobiologische Erkenntnisse, um Traumafolgestörungen zu behandeln. Im Zentrum steht dabei die Polyvagaltheorie nach Stephen Porges, die erklärt, wie unser autonomes Nervensystem auf Bedrohung reagiert und wie soziale Verbindung zur Regulation beiträgt. Pferde sind hochsensible Herdentiere, die feinste Signale des menschlichen Nervensystems wahrnehmen und darauf reagieren. Diese Fähigkeit macht sie zu wertvollen Co-Therapeuten in der Traumaarbeit mit Pferden. Wenn Klienten mit PTBS oder komplexen Traumafolgestörungen einem Pferd begegnen, erfahren sie unmittelbar, wie ihr eigenes Nervensystem arbeitet. Das Pferd spiegelt Anspannung oder innere Unruhe wider und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, über seine Präsenz und Ruhe das eigene System zu regulieren. Dieser Prozess wird durch Embodiment unterstützt – die bewusste Wahrnehmung körperlicher Empfindungen als Zugang zu nicht bewussten emotionalen Mustern. Klienten lernen, über die Interaktion mit dem Pferd ihre Selbstwirksamkeit wiederzuentdecken und neue neuronale Bahnen für Sicherheit und Verbindung zu aktivieren. Diese Methode eignet sich auch für Menschen, bei denen klassische Gesprächstherapie an Grenzen stößt, weil das Trauma vorsprachlich verankert ist.

Häufige Fragen zur pferdegestützten Traumatherapie am Therapiehof Hohenrode

Für wen ist eine pferdegestützte Traumatherapie geeignet?

Die pferdegestützte Traumatherapie eignet sich für Erwachsene und Jugendliche mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), komplexen Traumafolgestörungen sowie Menschen mit Angststörungen oder emotionalen Blockaden nach belastenden Lebensereignissen. Besonders profitieren Klienten, bei denen klassische Gesprächstherapie allein nicht ausreicht, da die Traumaarbeit mit Pferden über körperliche Wahrnehmung und nonverbale Prozesse wirkt. Reitvorerfahrung ist nicht erforderlich – die Arbeit findet in der Regel am Boden statt. Die Methode eignet sich nicht bei akuter Suizidalitat oder schweren Suchterkrankungen ohne therapeutische Anbindung.

Wie unterscheidet sich pferdegestützte Traumatherapie von regulärer Psychotherapie?

Die pferdegestützte Traumatherapie kombiniert traumatherapeutische Methoden mit dem Pferd als Co-Therapeut, das unmittelbar auf emotionale Zustände reagiert und körperliche Selbstwahrnehmung fördert. Während klassische Psychotherapie primär kognitiv-verbal arbeitet, nutzt die Pferdetherapie bei Trauma zusätzlich Embodiment-Ansätze: Körperempfindungen, Bewegungsmuster und das Nervensystem werden direkt angesprochen. Das Pferd bietet dabei ein ehrliches, wertfreies Feedback zu Ihrer inneren Verfassung. Neurobiologisch aktiviert die Begegnung mit dem Tier den ventralen Vagusnerv und unterstützt so die Regulation des autonomen Nervensystems – ein zentraler Faktor bei Traumafolgestörungen.

Was kostet eine pferdegestützte Traumabegleitung am Therapiehof Hohenrode?

Die Kosten für eine pferdegestützte Traumabegleitung hängen unter anderem davon ab, ob es sich um Einzelsitzungen handelt oder um eine mehrtägige Intensivbegleitung mit Unterkunft. Die Krankenkassen, auch private Krankenversicherungen und Beihilfestellen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Vor Beginn der Zusammenarbeit erhalten Sie ein transparentes Kostenvoranschlag. Ratenzahlung ist nach individueller Vereinbarung möglich, um finanzielle Hürden zu reduzieren.

Wie läuft die erste Sitzung einer pferdegestützten Traumatherapie ab?

Die erste Sitzung beginnt mit einem ausführlichen Anamnesegespräch, in dem Sie Ihre aktuellen Symptome und den Anlass Ihres Kommens schildern. Anschließend lernen Sie die Islandpferde in geschütztem Rahmen kennen – zunächst durch Beobachtung, dann durch vorsichtigen Kontakt. Dabei wird bereits sichtbar, wie Sie auf das Tier reagieren und welche Körpersignale sich zeigen. Der Diplom-Psychologe Berthold Schaaf arbeitet dabei ressourcenorientiert und orientiert sich am Konzept des guten Grundes: Jedes Symptom hatte eine ursprüngliche Schutzfunktion. Danach erfolgt eine gemeinsame Reflexion und Festlegung des weiteren Vorgehens.

Wie lange dauert eine erfolgreiche Traumatherapie mit Pferden?

Die Dauer einer erfolgreichen Equotherapie bei Trauma hängt von der Komplexität der Traumatisierung ab: Bei Monotraumata (Einzelereignis wie Unfall) werden deutlich weniger Sitzungen benötigt als bei komplexen Traumafolgestörungen aus Kindheit oder wiederholter GewaltIntensive Therapieurlaube mit täglichen Sitzungen über 3 bis 5 Tage beschleunigen den Prozess deutlich, da kontinuierliche Arbeit die neurobiologische Reorganisation fördert. Entscheidend ist: Je früher die Traumafolgen bearbeitet werden, desto kürzer der Therapieverlauf. Nach Abschluss sind Auffrischungssitzungen zur Stabilisierung möglich.

Was passiert, wenn ich während der Therapie mit dem Pferd überfordert bin?

Die Traumaarbeit mit Pferden wird stets in einem Fenster der Toleranz durchgeführt – Überforderung wird aktiv vermieden. Anzeichen von Dissoziation, Panik oder emotionaler Überflutung werden über stabilisierende Techniken wie Erdungsübungen, bewusste Atmung oder körperliche Orientierung im Raum reguliert. Das Pferd selbst wirkt dabei oft beruhigend: Sein Herzrhythmus und seine ruhige Präsenz aktivieren den ventralen Vagusnerv und fördern die Selbstregulation. Jede Sitzung wird individuell an Ihre aktuelle Verfassung angepasst – Sicherheit und Selbstwirksamkeit haben absolute Priorität.

Bereit für den ersten Schritt? Wir begleiten Sie individuell

Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch mit Diplom-Psychologe Berthold Schaaf. Wir besprechen Ihre Situation vertraulich und entwickeln gemeinsam einen passenden therapeutischen Ansatz für Ihren persönlichen Weg.